(opa) Falls jemandem die Überschrift spanisch vorkommt, liegt er nicht ganz falsch, wobei ich mich angesichts des gestrigen Gegners auf finnisch versucht habe wie weiland, als ich das letzte mal in Helsinki war und feststellen musste, dass es nahezu aussichtslos ist, diese Sprache zu lernen, als der Taxifahrer weder deutsch noch englisch konnte und ich kein finnisch. Angekommen bin ich zwar trotzdem, doch bedankt habe ich mich eher durch Gestik und Trinkgeld als durch eine finnische Dankesformel wie die in der Überschrift, die “danke und einen guten Tag” bedeuten soll.
„Kiitos ja hyvää päivanjatkoa!“ weiterlesenKategorie: Bildungsauftrag
Far away in america!
(opa) Mit dem Song zur Fußball WM 1994 in den USA, wo man laut Kaiser “auf Jahre unschlagbar” hinfuhr und als amtierender Fußballweltmeister im Viertelfinale kläglich gegen Außenseiter Bulgarien ausschied, werfe ich einen neuen Opener als Kondensationskern einer neuen Debatte in die Runde. Die Fußball WM in den USA, Kanada und Mexico wirft ihre Schatten voraus und Sonntag ist das vorletzte Testspiel vor dem Turnier, welches die Truppe um uns “Bundesjule” in Mainz gegen Finnland bestreitet. Auch wenn es keine kleinen mehr geben mag, dürfte die Gegnerauswahl dann doch eher der Abschlussmotivation dienen, um der aus Bayern-Altstars zusammengewürfelten Truppe wenigstens eine Art Erfolgssimulation vor dem Turnier zu geben.
„Far away in america!“ weiterlesenSaisonnachlese 2025/26
(opa) Das war sie also, die Spielzeit 2025/26, die von der Vereinsführung selbstbewusst als Aufstiegssaison ausgerufen worden war. Zwar schloss man das erste mal seit Jahren besser als in der Vorsaison ab, das Saisonziel wurde aber klar verfehlt, die letzten Spiele zeigten eine Negativentwicklung und man ließ sich gegen Fastabsteiger Bielefeld am letzten Spieltag desaströs abschießen. Geschäftsführer Görlich wurde zuletzt zwar nicht müde, Kontinuität zu beschwören, es mehren sich jedoch die Stimmen, die angesichts der Entwicklung bzw. Nichtentwicklung Veränderungen fordern, denn Hertha wird es sich kaum leisten können, mit weiter sinkenden Einnahmen gezielt den Wiederaufstieg ins Visier zu nehmen. Man benötigt also eher ein sportliches Wunder, denn das bißchen Pulver, was man hatte, wurde bereits verschossen und was noch da ist, ist so feucht, dass es kaum zündfähig erscheint.
„Saisonnachlese 2025/26“ weiterlesenJunimond
(opa) Die älteren unter uns erinnern sich an Rio Reiser, den Sänger von Ton, Steine, Scherben, nach dem man unlängst im bunten Teil Kreuzbergs einen Platz benannte und dessen Song Junimond, dessen Refrain mit “Doch jetzt tut’s nicht mehr weh” beginnt, was ziemlich exakt die Emotionen vieler Herthaner beschreiben dürfte. Man ist zu diesem Zeitpunkt abgestumpft und in den Selbstschutz übergegangen, einige schauen sich die Spiele schon gar nicht mehr an und die, die es weiterhin tun, erdulden es wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt, in nicht wenigen Fällen vermutlich unter Betäubung. Die Mannschaft und der Verein wirken blutleer und alle scheinen es nur noch hinter sich bringen zu wollen. So, wie wenn der Ex-Partner aus der gemeinsamen Wohnung auszieht.
„Junimond“ weiterlesenCircus Sarrasani?
(opa) Gestern kam die erlösende Meldung, dass Hertha die Lizenz für die kommende Spielzeit erhält und auch nicht mit Punktabzug bestraft wird. Das ist eine gute Nachricht, während sie gleichzeitig Anlass zur Sorge ist, denn wenn die Erfüllung von vertraglich vereinbarten Pflichten der Gesellschafter
a) als Erfolgsmeldung verbreitet und
b) die Voraussetzung zum Erhalt einer Lizenz ohne Punktabzug ist,
sollte höchste Anspannung herrschen, weil das eindeutige Zeichen dafür sind, dass die Kacke sichtbar dampft. Es sollte nicht verwundern, wenn Hertha gegenüber dem Gesellschafter mit einem Insolvenzverfahren für den Fall drohen musste, falls man seitens A-Cap kein Geld nachschießt.
„Circus Sarrasani?“ weiterlesenPalmsonntag
(opa) Am heutigen Palmsonntag wird dem Einzug des Heilands nach Jerusalem gedacht, zu dessen Ehren die Bevölkerung Palmen auf dessen Weg streute, die im Mittelmeerraum als heilige Bäume gelten. Zwar ruht der Vereinsfußball nicht wegen dieses Vorfeiertags vor Ostern, sondern wegen der Länderspielpause, aber dass an Ostern und vor allem am Karfreitag hierzulande der Ball in den Stadien rollt, finde ich schon diskutabel, zumal ja einige andere Freizeitaktivitäten nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sind. Gleiches Recht für alle würde im Fußball eben auch bedeuten, dass man bundesweit den Ball Ball sein ließe. Oder man schafft eben Regeln ab, die anderen Gesang und Tanz verbieten. Aber so scheint mir das doch ungerecht.
„Palmsonntag“ weiterlesenPilgerschritt
(opa) In dieser Nachlese geht es um die letzten drei Spiele der englischen Woche. Gegen Kiel war man noch Team “unknackbar”, ließ defensiv kaum etwas anbrennen und dann reichte eben das eine Tor, um den Sack zuzumachen. Im Pokal gegen Lautern ließ man es krachen und fackelte ein Offensivfeuerwerk ab, von dem die Pfälzer heute noch Kopfschmerzen haben und dafür bauten wir gestern den Tabellenletzten ein wenig auf, indem wir selbst die Arbeit verweigerten. Es dürfte jedoch anzuzweifeln sein, dass es sich dabei um einen Akt christlicher Nächstenliebe in der Adventszeit handelte, auch wenn der im Titel genannte Pilgerschritt einen ursprünglich religiösen Bezug hat, wenngleich er in der Tanzliteratur eben eine Schrittfolge beschreibt, wo nach mehreren Schritten vorwärts ein Schritt rückwärts folgt.
„Pilgerschritt“ weiterlesen