Veröffentlicht am Kategorien 2026, Allgemein, Bildungsauftrag, Länderspiel, Nationalmannschaft, Transfers

Kiitos ja hyvää päivanjatkoa!

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(opa) Falls jemandem die Überschrift spanisch vorkommt, liegt er nicht ganz falsch, wobei ich mich angesichts des gestrigen Gegners auf finnisch versucht habe wie weiland, als ich das letzte mal in Helsinki war und feststellen musste, dass es nahezu aussichtslos ist, diese Sprache zu lernen, als der Taxifahrer weder deutsch noch englisch konnte und ich kein finnisch. Angekommen bin ich zwar trotzdem, doch bedankt habe ich mich eher durch Gestik und Trinkgeld als durch eine finnische Dankesformel wie die in der Überschrift, die “danke und einen guten Tag” bedeuten soll.

Selbiges dürfte der DFB auch zu der finnischen Nationalelf gesagt haben, die gestern als Trainingsspielgegner hinhalten mussten, um die Nationalelf in dem Glauben zu lassen, sie würden bei der bevorstehenden WM etwas herausragendes reißen können. Gegen Finnland mag die jetzige Form reichen, auch die Vorrunde dürfte man wohl überstehen, aber in den KO Spielen warten Brocken, die nach Papierform unüberwindbar sein dürften.

Unüberwindbar scheinen auch die Differenzen zwischen einigen auf dem Rettungsboot zu sein, wenn ich mir die verbalen Scharmützel der letzten Tage vor Augen führe. Seitens der Administration wird derzeit noch kein Eingriffsbedarf gesehen, aber einige stehen unter Beobachtung und sollten sich bewusst machen, dass sie nah dran sind, dass sie während der WM gemutet werden. Wer also am Austausch hier während des bevorstehenden Turniers Interesse hat, sollte Katechismusdebatten um die Frage, wer angeblich richtiger Herthaner ist und wer nicht, tunlichst vermeiden und schon gar nicht am Zaun rütteln.

Apropos Rütteln und Ruck, es dürfte kaum reichen, Spiele wie gestern gegen Finnland oder am Samstag gegen die USA zum Maßstab für die eigene Leistungsfähigkeit zu machen. Deutschland hinkt seit Jahren den führenden Nationen hinterher und verfängt sich in strukturellen oder ideologischen Debatten, statt Elitenförderung zu betreiben. Debatten darüber, ob in Jugendmannschaften Tore gezählt oder ob die Damennationalelf finanziell gleichgestellt werden sollte, tragen nicht dazu bei, in den relevanten Wettbewerben mithalten zu können. Genauso wenig Debatten darüber, inwiefern Fußballturniere zu Nationalismus beitrügen.

Deutschland kann ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl eigentlich nur gut tun und Gräben überwinden helfen und die Nationalmannschaft ist mehr als nur ein wichtiges nationales Symbol, weshalb man die Berücksichtigung von Spielern, die sich auf und abseits des Platzes gern einmal außerhalb eines gemeinsamen Wertesystems stellen und radikalem Islamismus huldigen, auch unabhängig von sportlichen Leistungen überaus kritisch sehen muss, zumal die Lernkurve erfahrungsgemäß überaus flach und eher tangential verläuft. Aber Konsequenzen zu ziehen, scheint sich, wohl auch aus Furcht vor damit verbundener Reflexkritik, niemand beim DFB zu trauen, der ja auch in der sonstigen Kaderzusammenstellung eher willfährig den Wünschen eines einzelnen Vereins nachzukommen scheint.

Umso mehr freut es den neutralen Zuschauer, wenn sich dann Spieler anderer Vereine festspielen, das kann dem deutschen Fußball nur gut tun, auch wenn der Nationaltrainer vor einigen Wochen noch sehr bemüht war, die Leistungen eines Nichtbayernspielers herabzuwürdigen und das wohl auch als Fehler erkennen musste. Das Amt des Nationaltrainers ist zudem ja 85-millionenfach besetzt, insofern müsste man sich eigentlich keine Sorgen um eine Nachfolge machen.

Andererseits lief nach dem Champions-League-Finale eine Reportage über die Ideenlosigkeit des DFB, als seinerzeit ein gewisser Jürgen Klinsmann den Laden auf links drehte und damit die Grundlage für ein gutes Jahrzehnt sehr erfolgreichen Fußballs schuf, in welchem man Welt- und Europameister wurde. Daraus ist eine gewisse Bräsigkeit entstanden, unter der man heute wieder leidet und die es wieder aufzubrechen gilt. Hier darf Zweifel angemeldet werden, ob die an diesem Prozess beteiligten Stakeholder die richtigen Personen sind, die es ja nicht einmal schaffen, eine dringend überfällige Regionalligareform zu vollziehen, die ein System abschafft, welches verhindert, dass auch ein dreifacher Ligameister nicht aufsteigen kann.

Hier wäre seitens des DFB mit entsprechender Moderation und sanftem Überzeugungsdruck auf die Regionalverbände sicher mehr Ergebnis machbar als das, was derzeit stattfindet, aber mit der Konsequenz der handelnden Personen ist es eben nicht so weit her, wie man eben auch an anderen Stellen sieht. Also bleibt alles beim alten und es geht weiter bergab, was ja irgendwie auch ein Sinnbild für den Gesamtzustand des Landes ist. Doch hinfort mit den trüben Gedanken und hin zu mehr Optimismus. Deutschland war schließlich oft eine Turniermannschaft und wuchs über sich hinaus. Vergessen wir die unseligen Jahre des späten Jogi und das unglückliche Agieren des ansonsten tadellosen Hansi Flick und das interimistische Engagement von Tante “ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören” Käthe.

Ab jetzt sind wir alle Bundesjule. Zumindest, bis die Messer wieder gewetzt werden und das ist erfahrungsgemäß immer dann der Fall, wenn die Leistung in den wichtigen Turnieren nicht passt. Ein Testspiel macht genau wie die eine Schwalbe noch keinen Sommer, was bereits der griechische Dichter Äsop im 6. Jahrhundert vor Christus wusste, den man später in Delphi von einer Klippe stürzte, womit der Bildungsauftrag des heutigen Openers auch erledigt wäre. Ein Schicksal, was Bundesjule auch droht, wenn er schmachvoll ausscheiden sollte, aber er wird sicher wie seine Vorgänger weich fallen und später irgendeinen größeren Club trainieren dürfen, der in Sphären schwebt, in denen die Messer ebenfalls überaus scharf sind.

Wie steht es um Eure WM Stimmung? Seid ihr schon heiß? Habt ihr die Bratwurstpakete schon parat und schwarzweißrot geflaggt? Oder fahrt ihr zu Eurem Stammitaliener und fragt, wann die bei der WM spielen und ob ihir eine Pizza Endstatione bekommen könnt? Oder geht Euch das am allerwertesten vorbei, weil damit nicht genug Leit(l) verbunden ist und Euch keiner mit dem Megaphon anschreit, dass ihr Euch für Karlsruhe einhaken sollt? Egal, was für ein WM Typ ihr seid, ihr seid hier richtig, denn unser sunny hat sich bereiterklärt, für die deutschen WM Spiele Opener zu schreiben und euch damit wenige Stunden vor den Spielen eine Gegneranalyse und die wichtigsten Fakten mit auf den Weg zu geben.

Ich persönlich freue mich auf den WM Sommer, der Pool ist badefertig, zwei Fahnenmasten einbetoniert und der Grill allzeit grillbereit, wenngleich ich mir im Schwerpunkt nur die deutschen Spiele anschauen werde, während ich mich vom Pleitl-Fußball zu erholen versuche.

HaHoHe und Hyvästi, Euer Opa

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