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Götterdämmerung?

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(opa) Die einstmals ruhmreiche Nationalmannschaft Deutschlands ist erneut und zum zweiten mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft in der Vorrunde ausgeschieden. Zwar besiegte man Costa Rica deutlich, aber dieser Sieg nutzte nichts, weil gleichzeitig Spanien gegen Japan verlor, um so selbst den vermeintlich schwereren Gegnern in der KO-Runde aus dem Weg zu gehen. Der Verband des viermaligen Weltmeisters hatte vorsorglich den Heimflug schon vor Anpfiff organisiert und steht nun vor einem Scherbenhaufen, den zusammenzukehren wohl etwas tiefgreifenderer Einschnitte bedarf.

Statt gratismutige Mätzchen außerhalb des Sports zu veranstalten, muss sich wieder auf die Kernaufgaben konzentriert werden. Wenn wir keine Deutschen Spieler von Weltklasse haben, wird es auch keine internationalen Erfolge mehr geben. Einige Ex-Weltmeister haben sich es in der Sofakuhle bequem gemacht, die sie im Laufe der Jahre ins Fauteuil gesessen haben wie Reklamierarm-Neuer oder Müller, der gestern mit einer bizarren Aussage beim Interview den Grad seiner Verwirrung zeigte. Wenn diese alten und satten Spieler dann in der Auswahl ergänzt werden durch solides Mittelmaß, fehlen die entscheidenden Prozente, um an Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen, wo das ganze Team bereit war, Gras zu fressen und die Gegner das Fürchten vor Deutschen Tugenden zu lehren.

Wenn man natürlich mit letzteren fremdelt und das “National” aus dem Namen synthetisiert, darf man sich übers Ergebnis nicht wundern. Auch die Verpflichtung des ehemaligen Bayerntrainers, der um die Asche des erloschenen Feuers des Erfolgs eher nassen neuen Brennstoff verteilt hat, war vorhersehbar nicht erfolgreich. Das Gesicht dieses Misserfolgs ist der Golden-Goal-Shampooverkäufer und der kann noch so wütend tun, seine Glaubwürdigkeit hat er schon lange verspielt und es wird Zeit, die Konsequenzen zu ziehen. Nur wer macht das schon noch heutzutage? Es gab mal Zeiten, da sind Verantwortliche von sich aus zurückgetreten und haben das getan, wofür sie vorher gut bezahlt wurden: Verantwortung übernommen.

Verantwortung dafür, dass man nicht auf die Vereine der Liga eingewirkt hat, in der Nachwuchsarbeit und dem Vereinsalltag Spieler von Weltklasse heranreifen zu lassen. Die Bayern springen derzeit gerade so hoch, wie sie müssen, um die drölfte Meisterschaft in Folge wie einst der BFC einzufahren, über die der eigene Anhang die Nase rümpft, sofern da nicht mindestens das Triple mit dranhängt, während der Rest Fußballdeutschlands sich am Rennen um die Plätze zu erfreuen versucht. Dass man erneut aus München den derzeit erfolgreichsten Deutschen Stürmer zu locken versucht, um diesen dann nicht zwingend einzusetzen und somit der für die Nationalelf notwendigen Spielpraxis zu berauben, zeigt, dass die Bayern Mitverantwortung für das gestrige Debakel tragen.

Letztlich werden sich DFB und DFL hier zusammensetzen und Lösungen diskutieren müssen, denn der Glanz der Nationalmannschaft färbt ja auch ab auf den gesamten Unterbau. Wenn das Interesse am Fußball im Allgemeinen sinkt, sinkt auch die Vermarktbarkeit der Rechte, die die Verbände zu vergeben haben.

Und bei Hertha? Heute steht ein Testspiel in Hannover an. Man wollte ja international spielen und landet in der Stadt, deren größte Attraktionen ein Pferdehintern und eine Uhr sind. Passt irgendwie zum gestrigen Ausscheiden.

Bleibt gesund und bleibt blauweiß, HaHoHe, Euer Opa

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