Veröffentlicht am Kategorien 2026, Allgemein, DFB Pokal, Spieltagsnachlese, Testspiel

Englisches Intermezzo

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(opa) Englische Woche, zwischen Pokalspiel und nächstem Ligaspiel sind nur zwei freie Tage, dennoch soll an dieser Stelle eine kurze Nachlese des Pokalsiegs Platz finden. Trainer Leitl rotierte behutsam: Gouram durfte für den zuletzt unauffällig wie unglücklich agierenden Thorsteinsson ran, Ruprecht für Adewumi, Eitschberger für Zeefuik. Wechsel aus der Kategorie “Kann man so machen”, die unter Leistungs- und Belastungssteuerungsaspekten als sinnvoll angesehener Konsens sein dürften. Auf überaus holprigem Geläuf war kein Fußballleckerbissen zu erwarten und selbiges wurde auf ammerländischem Acker auch nicht geboten.

Jeddeloh II trat in der ersten Halbzeit als Pokalschreck auf, der defensiv gut organisiert war und immer wieder auch offensive Aktionen hatte. Hertha brauchte Geduld, um die Lücke zum Abschluss zu finden, außer zwei Pfostentreffern gelang im ersten Durchgang wenig, was allerdings für beide Seiten galt. Offensiv war von Jeddeloh zunehmend weniger zu sehen, was einen zumindest optimistisch in die Pause gehen ließ.

Nach der Pause ging das Geduldsspiel zunächst weiter, bevor in der 57. Minute endlich Brekalo nach Vorlage von Ruprecht die 5.500 mitgereisten Herthaner im 10.000 Zuschauer fassenden Stadion zu Oldenburg sowie an den Rundfunkgeräten mitfiebernden Fans zum Jubeln brachte. Endlich war der Knoten gelöst, auch wenn es wieder kein Stürmertor war. Und das drehte das Spiel, denn Jeddeloh musste nun aufmachen und selbiges öffnete Räume. Und Trainer Leitl konnte nachlegen.

Bereits drei Minuten vor der sonst üblichen 65. Leitlwechselgedenkminute (LWGM) ersetzten Thorsteinsson und Adewumi die bis dahin fleißig ackernden Gouram und Ruprecht und penetrierten die Defensive der Gastgeber weiter mürbe. Und Adewumi legte kurz nach seiner Einwechslung zum nächsten Tor auf, was Eitschberger erzielte. Wenn es die Stürmer nicht machen, muss es eben der Außenverteidiger machen. Apropos Außenverteidiger: Pedersen musste zur 71. Minute (zusammen mit Sessa) runter und wurde durch Zeefuik ersetzt. Die Begründung dürfte erneut eher in der Belastungssteuerung liegen, da Pedersen offensiv sehr auffällig rackert und gleichzeitig vor seinem Wechsel zu Hertha lange nicht gespielt hatte. Irgendwo im Hinterkopf meldet sich bei diesem Thema Belastungssteuerung brummelnd mein innerer Eduard Geyer.

Für Sessa durfte das seit 9 Jahren bei Hertha spielende Eigengewächs Selim Telib ran. Gut zu wissen, dass man hier für den Ausfall von Sessa eine Alternative hat, auch wenn zu dem Zeitpunkt von Jeddeloh nicht mehr viel Gegnerdruck kam. Insofern dürfte die Auswechslung von Brekalo zu Klemens auch eher etwas fürs Poesiealbum gewesen sein denn von taktischen Erwägungen getragen. Es ist am Ende gut gegangen, insofern hat Trainer Leitl da alle wichtigen Argumente auf seiner Seite. Aber dieses Gefügezerrupfen zum Spielende könnte eines Tages bös in die Hose gehen, vor allem, weil er permanent in die Defensivordnung eingreift.

Egal, Hertha ist mit dem Achtelfinaleinzug rund 920.000 € reicher geworden, wobei das nach Auszahlung der Spielerprämien und Begleichung der zu erwartenden Pyrostrafe nicht für einen neuen Stürmer reichen dürfte. Wobei wie den dringend bräuchten, denn auch gestern traf Grönning nichts außer dem Oldenburger Nachthimmel als wäre seine Aufgabe eine Art Luftverteidigung zur Drohnenabwehr. Natürlich hat er gerackert, stand meist richtig, aber machte dann aus dem vor die Füße fallenden Ball dann eben nichts. Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass Hertha wettbewerbsübergreifend (und incl. Testspielen) seit 14 Spielen unbesiegt ist und gleichzeitig seit 8 Spielen kein Stürmer mehr getroffen hat.

Und die anderen so? Unser nächster Gegner in der Liga Lautern hat sich ebenfalls Selbstbewusstsein abgeholt, indem sie Hannover aus dem Pokal und den dortigen Trainer und Ex-Herthaner ein Stück weiter aus dessen Job geschossen hat. Nürnberg ging früh in Führung und führte schon 0:2, um am Ende dann doch 5:2 gedemütigt zu werden. Noch etwas amüsanter aus Herthas Sicht war, dass Wolfsburg führte, bis Reese und Dardai eingewechselt wurden und sich in der Folge zwei Tore fing und ausschied. Und wenn jetzt jemand mit Doppelbelastung kommt, lass ich meinen inneren Ede Geyer nochmal brummeln.

Am Sonntagabend wissen wir, wer unser nächster Pokalgegner wird. Die Auslosung der nächsten Runde des DFB Pokals gibt es ab 19.15 Uhr live im ersten Programm. Losfee ist der Trainer der Frauenhandballnationalmannschaft, warum auch immer, vielleicht, weil man sich fragen soll, wie der da hingekommen ist? Wie dem auch sei, die spannende Frage ist jetzt, wen man sich in der nächsten Runde wünscht. Heimspiel gegen einen Großen mit geteilter Kasse eines ausverkauften Hauses oder lieber was vermeintlich leichtes, immerhin sind noch 5 andere Zweitligisten im Lostopf, darunter Dresden mit Ausverkaufspotential, Lautern mit traditionell guten Besucherzahlen, Bochum, Darmstadt und Kiel. Wen wünscht ihr Euch?

Samstag begrüßt Euch an dieser Stelle wieder unser Sunny mit dem Spieltag. Bis dahin genießt das Dasein als Achtelfinalist und fragt Eure rotweißen Kollegen und Nachbarn, gegen wen sie denn spielen wollen in der nächsten Pokalrunde.

HaHoHe, Euer Opa

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