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Woche der Wahrheit

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(opa) Am Freitag ist die ligaspielfreie Zeit endlich zu Ende und alles Reden wird sich an der Realität und den Ergebnissen messen lassen müssen. Das gilt unabhängig davon, ob man nun skeptisch oder hoffnungsvoll in die neue Saison geht. Hertha hat eine Rosskur hinter sich gebracht, die Substanz gekostet hat, aber auch die Chance birgt, sich neu aufzustellen. Ob das mit dem alten Führungspersonal und den alten Strukturen gelingen kann, wird man schon bald bewerten können, denn ganz risikoarm ist der Weg nicht. Und die Glaubwürdigkeit des Personals steht u.a. deshalb auf der Kippe, weil auch in der Vergangenheit immer wieder beteuert wurde, man müsse und werde den Weg des wirtschaftlich vernünftigen Handelns gehen, während man nun zugibt, dass man über seine Verhältnisse gelebt habe.

Nach dem Testspiel gegen den 1. FC Köln gab Hertha Geschäftsführer Dr. Görlich dem RBB ein Interview, in dem er im Namen des Vereins die Sichtweise auf die Dinge darlegte. Und bei dem zu befürchten ist, dass ihm noch einige Aussagen auf die Füße fallen könnten, nicht nur das Eingeständnis, dass man abermals zu viel Geld ausgegeben hat, was sein Co-Geschäftsführer ja bereits vor seinem Amtsantritt bemängelt hatte, um dann abermals über den Verhältnisse zu leben und zu viel Geld für zu wenig Tabellenplatz auszugeben.

Oder nehmen wir die Aussagen zum Saisonziel, die ja letzte Saison schon Zündstoff boten, als der Verein den Aufstieg als Zielmarke ausgab. Es soll nun “Ein einstelliger Tabellenplatz mit einer maximalen Ambition nach vorne” werden. Mehr Wischiwaschi geht übrigens kaum in die deutsche Sprache zu pressen und ein klares Ziel sollte man auch anders formulieren. Warum man allerdings “maximale Ambitionen” betonen muss und was das heißen soll, wird man wohl nur ergründen können, wenn man zur bequemen Hose ein Einstecktuch trägt.

Auch zur Spielidee äußert man sich großzügig, vor allem für den Gegner, damit der sich bestens drauf einstellen kann. Man will “höher pressen”, mit “höherer Intensität” spielen. Man wird Freitag Zeuge werden, was davon auf dem Platz umgesetzt wird. In der Vergangenheit haben Herthas Ambitionen, höher zu stehen, nicht selten mit Gegentorfestivals geendet. Da man wesentliche Teile der Verteidigungsachse abgegeben hat, dürfte nicht wenigen mulmig dieser Tage sein, denn hoch pressen bringt allein nichts, wenn es nach entsprechendem “Packing” hinten wackelt und klingelt. Da kann man noch so maximal ambitioniert sein, wenn die Hose voll ist, wird es selten bequem in ihr.

Freitagabend rollt der Ball im Bochumer Ruhrstadion, das lokale Fiege Bier wird in den Bechern schwappen, Flutlicht die Szenerie erstrahlen lassen, Herbert “Grölemeyer” wird seinen 80er Jahre Hit zum Besten geben und endlich wird man wissen, wo Hertha mit dieser Truppe steht, wie hoch man wirklich presst und wie gut das funktionieren wird. Die mögliche Bandbreite dürfte von blanker Panik vorm Untergang bis zu “jetzt wern’wa Meista” gehen. Und die Debatte wird weitergehen, denn die Verstärkungen, die man brauchen wird, kosten Geld, was man nicht hat und man wird weiter von Abgängen abhängig sein, um selbiges freizubekommen. Diese Situation ist für die handelnden Personen knifflig, andererseits müssen das alle anderen Zweitligisten auch hinbekommen und da steht Hertha vom Geld her weiterhin eher kommod ausgestattet da.

Da bis zum Saisonbeginn nicht mehr viel passieren wird, werden wir uns also mit Blogtugend Nr. 1 in Geduld üben müssen. Zeit, die wir nutzen können, um über Erwartungshaltungen, Saisonprognosen und unsere verschiedenen Arten diskutieren können, Hertha zu konsumieren. Es ist also Zeit, um mal wieder das Instrument der Umfrage zu bemühen:

Meine Prognose für die Saison 2026/27

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Den Saisonauftakt schaue ich...

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Wie auch immer ihr die Tage rumkriegt, die uns noch vom Saisonauftakt trennen, bleibt blauweiß.

HaHoHe, Euer Opa

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