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Schwarz-Rot-Klopp oder Schwarz-Rot-Käskopp?

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(opa) War das gestern der Beginn einer neuen Ära? Wohl kaum ein deutscher Nationaltrainer ist in den letzten Jahrzehnten mit so großen Erwartungen in sein Amt gestartet wie „the normal one“, dessen Pressekonferenzen ja bereits zu Dortmunder Zeiten Legendenstatus hatten. Unterhaltsamer ist es auf jeden Fall geworden das Drumherum, doch nun musste die Wahrheit auf dem Platz unter Beweis gestellt werden. Ausgerechnet gegen den Fußballerzfeind Holland, gegen den man ja schon 1974 Demütigungen und später sogar Spuckattacken erleiden musste und gegen den wohl kaum ein Sieg so süß schmeckt, genau wie einem jeder holländische Mitmensch, die sonst eigentlich meist ganz sympathische Zeitgenossen sind, eine Niederlage noch jahrelang unter die Nase reibt.

Die Ausgangslage war beinahe so, dass Klopp nur gut aussehen konnte. Die Trümmer, die sein Vorgänger hinterlassen hat, liegen noch im Weg, eine im Kern nicht zusammenpassende Mannschaft wurde auf vielen Positionen ausgetauscht, ohne dass ein hochrotköpfiger Mann vom Tegernsee mitreden durfte, dessen Kopffarbe bei Bekanntgabe des Kaders wohl ins blau-violette gekippt sein dürfte. Koan Neuer im Tor wird man an der Säbener Straße als Beleidigung aufgefasst haben und wer weiß, ob nicht in einer der VIP Boxen vom Oktoberfest vom bayerischen Ministerpräsidenten der Austritt Bayerns aus der Bundesrepublik (Bexit?) gefordert wurde, damit der FC Bayern auch als Nationalmannschaft antreten kann. Wobei die Frage wäre, ob Manuel Neuer als gebürtiger Gesindelkirchener überhaupt spielberechtigt wäre.

Von der Mannschaft der WM blieben für die Startelf eigentlich nur noch Tah und Kapitän Kimmich übrig, vielleicht wollte Klopp hier diese eingespielte Achse nicht auseinanderreißen, aber in den kommenden Spielen dürfte nicht sicher sein, ob beide wirklich gesetzt sein werden. Klopp hat gefühlt zwei Reisebusse voll nominiert und wird sicher durchrotieren und ausprobieren.

Dass das gestrige Spiel, welches insgesamt recht durchwachsen schien, nicht mit einem Sieg belohnt wurde, sollte man doppelt positiv werten. Zum einen hat niemand einen Grund abzuheben, zum anderen ist man aber vom Ergebnis her auf Augenhöhe mit den Holländern, die in der FIFA Weltrangliste auf Platz 9 und damit 3 Plätze vor Deutschland stehen. Ein Freund von mir kommentierte das gestrige Spiel so, dass da nichts stimme außer dem Ergebnis. Denn die Holländer legten los wie die Feuerwehr und gingen ziemlich früh in Führung. Zumindest dachten das alle, denn der VAR pfiff den Treffer wegen einer neuen Regel (damit uns Fans nicht so langweilig wird) zurück, die die Torhüter bei Standards besser schützen soll. Puh, Glück gehabt.

Danach bekam die deutsche Mannschaft das Spiel aber besser in den Griff und fing an mit Kloppschem Dominanzfußball. Adeyemi hatte die Führung auf dem Fuß, vergab aber freistehend vor dem Tor. So etwa hatte Klopp sich seine überfallartigen Angriffe auf die Holländer sicher vorgestellt. Er machte es durch seine Vorlage auf Nmecha wieder gut, der nach rund 30 Minuten den Ball einnetzte und etwas provokativ jubelte, was zu sofortiger Rudelbildung und Becherweitwurf von den Tribünen führte. Hintergrund war, dass seitens der Holländer erwartet wurde, dass die Deutschen wegen einer Verletzung eines im Mittelkreis sitzenden und die Temperatur der Rasenheizung kontrollierenden Spielers das Spiel einstellen, die jedoch vor dem Spiel vom Schiedsrichter angehalten worden waren, das Spiel in solchen Situationen fortzusetzen.

Da zeigte sich mal wieder die hässliche Fratze dieses sonst doch so putzig sprechenden Volks, was ganz unvermittelt eine Bierzeltschlägerei anzettelt, wenn es gegen den Deutschen geht. Und erst recht, wenn es im Fußball gegen die Deutschen geht. Das ganze Spiel bestand aus Nicklichkeiten, Tretereien und zum Teil üblen Fouls, besonders schlimm erwischte es Havertz, der frühzeitig ausgewechselt werden musste und laut Klopps Interview nach dem Spiel zu diesem Zeitpunkt bereits im MRT war (ein Termin, auf den Normalsterbliche meist Monate warten müssen).

Nur einmal noch drehten die Holländer spierlerisch auf, als der eingewechselte Gnabry leichtfertig den Ball Höhe der Mittellinie vertändelte und van Bommel einen Zuckerpass mit dem Außenrist spielte, den dann Gakpo im Stil des DFL Logos sehenswert und unhaltbar verwandelte. Weiße Stirnbänder scheinen Spieler schlechter zu machen, Herthaner wissen um diese Korrelation.

Am Ende stand es unentschieden und irgendwie hatte Deutschland doch gewonnen, schließlich singen die Oranjes, deren Trikotfarbe sich auf die Herkunft des Herrscherhauses aus dem deutschen Haus Oranien-Nassau bezieht, in ihrer Hymne aus voller Kehle „Wilhelm von Nassau bin ich, von Deutschem Blut, dem Vaterland treu bleibe ich bis zum Tod“. Insofern gab es gestern eigentlich nur Gewinner trotz eines Unentschieden.

Sonntag geht es in Augsburg gegen die Griechen, stellt also schon mal den Ouzo kalt, mögen die Deutschen Fans ob des ersten Klopposieges Sirtaki tanzen, wo sich der Kreis über ein Lied der ehemaligen Schlagerband KLUBBB3 schließt, an der neben dem deutschen Florian Silbereisen auch der Holländer Jan Smit (und noch ein Belgier) mitsang und wo beide Nationen friedlich schunkelten:

Darauf einen Ouzo (den für die guten Freunde), danach das 100 Punkte Lied gesungen und ein donnerndes HaHoHe, Euer Opa

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