Veröffentlicht am Kategorien 2. Bundesliga, 2026, Allgemein, Bildungsauftrag, Länderspiel, Spieltagsnachlese

Palmsonntag

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(opa) Am heutigen Palmsonntag wird dem Einzug des Heilands nach Jerusalem gedacht, zu dessen Ehren die Bevölkerung Palmen auf dessen Weg streute, die im Mittelmeerraum als heilige Bäume gelten. Zwar ruht der Vereinsfußball nicht wegen dieses Vorfeiertags vor Ostern, sondern wegen der Länderspielpause, aber dass an Ostern und vor allem am Karfreitag hierzulande der Ball in den Stadien rollt, finde ich schon diskutabel, zumal ja einige andere Freizeitaktivitäten nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sind. Gleiches Recht für alle würde im Fußball eben auch bedeuten, dass man bundesweit den Ball Ball sein ließe. Oder man schafft eben Regeln ab, die anderen Gesang und Tanz verbieten. Aber so scheint mir das doch ungerecht.

Ungerecht kam einigen auch vor, warum einer der Lieblingsfeinde von Hertha aus dem Ruhrpott bei der Lizenzierung vermeintlich anders bewertet wird als die alte Dame. Die Bundesligavereine haben gemeinschaftlich neue Eigenkapitalregeln und stärkere Sanktionen bei Verstößen beschlossen. Demnach droht Hertha zur neuen Saison ein spürbarer Punktabzug, während man in Gelsenkirchen trotz negativen Eigenkapitals von einer Ausnahmeregelung profitiert, weil man in der Dreijahresbetrachtung überm Strich ist und – und das ist der entscheidende Unterschied – eine positive Entwicklung nachweisen kann, während es sich bei Hertha zwischenzeitlich verschlechterte.

Derzeit versucht man bei Hertha allerlei Kniffe, um doch noch den Punktabzug abzuwenden. Dazu soll ein nachrangiges Darlehen von unserem derzeitigen Haupteigentümer als eigenkapitalersetzendes Substitut anerkannt werden. Ob dieses Geschäft zustande kommt und ob die DFL das akzeptiert, steht in den Sternen, zur Besicherung greift man allerdings auf längst überwunden geglaubte Methoden aus der düsteren Zeit zurück, als der Finanzboss noch Ingo Schiller hieß und zukünftige Einnahmen zum Stopfen von Löchern verpfändete.

So kriegt man zwar vorläufig den Kopf über Wasser, das ist aber genau das Gegenteil von seriösem Wirtschaften. Zumal es 35 andere Clubs geschafft haben, ihr Eigenkapital in den vorgegebenen Korridoren zu bewegen. Bei Hertha kommt man also mal wieder nicht mit dem Geld hin, was man einnimmt und ist bei der Mission Wiederaufstieg “all in” gegangen um den Preis, dass man die eigene Zukunft verspielt hat. Das ist nicht nur unseriöses Geschäftsgebahren, es ist auch genau das Gegenteil von dem, was man versprochen hatte.

Dafür ist es erstaunlich ruhig im Umfeld der Hans-Braun-Straße. Wohl auch, weil einige mit sportlichen wie kaufmännischen Minderleistungen zufrieden zu sein scheinen und niemand aufbegehrt, wenn Verantwortliche ihren elementarsten Aufgaben nicht nachkommen. Nur, dass Hertha so unaufhaltsam Richtung Abgrund und Untergang dümpelt statt auf den Weg des Erfolgs zurückzufinden. Vielleicht kommen die traurigen Tage der Karwoche da ganz gelegen, auch wenn diese durch Länder- und Ligaspiele gestört werden.

Am Karsamstag spielt abends Hertha gegen “Dünämö” in Dresden. Die Fans des ehemaligen DDR Clubs werden das Stadion in einen Hexenkessel verwandeln, während viele Menschen sich dem traditionellen Osterfeuer zuwenden. Angesichts der Vorgeschichte ist davon auszugehen, dass auch im Stadion an der Elbe reichlich Feuerwerk zu sehen sein wird, wenngleich dort mit anderer Motivation.

Immerhin beginnt dann auch das Fastenbrechen, vielleicht legt Hertha ja nach Ostern noch einen Endspurt hin, wenngleich der Drops gelutscht ist. Es wird unter normalen Umständen keinen Aufstieg geben und das Fasten geht für den Herthafan spätestens im Sommer los, wenn der nächste Umbruch ansteht und für Highlights kein Geld da ist, weil man es in den letzten Jahren bereits verplempert hat. Vielleicht erlöst uns dieser Sparzwang aber auch von Personalien, deren Sinn sich kaum jemanden erschlossen haben dürfte.

In der Hoffnung, dass ihr das Frühlingswetter genießen konntet, verbleibe ich wie immer mit einem schmetternden

HaHoHe, Euer Opa

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