Veröffentlicht am Kategorien 1. Bundesliga, 2020, Allgemein

Stolz wie Bolle

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(opa) War die Stimmung und die Erwartungshaltung nach den drei Spielen zuvor, die allesamt verloren gingen und in denen vergangen geglaubter Schlendrian Einzug gehalten hatte, vor dem Spiel gegen Leverkusen eher übersichtlich, so änderte sich das blitzartig in den 90 MInuten des samstäglichen Nachmittags. Auch wenn unsere Blitzumfrage in den Stunden vor dem Spiel übrigens knapp einen Sieg vorhersagte.

Wie ausgetauscht war das Team, was in der Startelf auf zwei Positionen geändert auflief und von Beginn an klar machte, dass man etwas wollte, was im Kollektiv agierte, fleißig lief, diszipliniert presste und vor allem defensiv nichts anbrennen ließ. Die Leverkusener hätten noch eine Stunde spielen können, die hätten kein Tor mehr geschossen, so sicher stand Herthas Defensive, die nach der absolvierten Rotsperre wieder vom erneut bockstark auftretenden Boyata gelenkt wurde.

Und es ging immerhin gegen ein Team, welches Deutschland in der Champions League vertreten wird und gegen die wir gern mal hoch verloren haben. Die sahen vorgestern jedoch keinen Stich. Ein Sieg, der zuckersüß schmeckt und zeigt, was geht, wenn das Team mitzieht. Und genau, wie Niederlagen Spuren in der Psyche hinterlassen, können im Erfolgsfall eben auch Muster entstehen, die entsprechende Motivation abrufen können.

Doch die Balance zwischen Erfolg und Misserfolg ist fragil. Fehlt ein Unterschiedsspieler wie Cunha, der gestern nicht nur wegen seines Tors zu begeistern wusste oder läuft das Team nicht im Kollektiv, kann so ein Spiel auch ganz schnell ganz anders ausgehen. Hier wird im Sommer also an zwei Punkten gearbeitet werden. Erstens daran, die Qualität des zweiten Anzugs zu heben und zweitens dadurch, den Wettbewerbsdruck im Team zu steigern.

Im Mittelfeld haben wir mit Ascacibar und Tousart entsprechende Schritte eingeleitet, bei den Außenbahnen fehlt es da noch an entsprechenden Alternativen, was sich durch Einwechslungen wie die von Esswein, Klünter oder Leckie manifestiert. Doch wen sollte Labbadia stattdessen einwechseln? Der Kader bestand an diesen Stellen ja schon aus “Landsturm ohne Waffe”. Und auch im Tor tut sich eine Baustelle auf, die man so vor der Saison nicht auf dem Zettel gehabt haben dürfte.

Unter normalen Umständen dürften die zur Verstärkung des Kaders kolportierten 50 Mio. € im Sommer kaum reichen, doch was ist im Coronasommer 2020 noch normal? Vielen Vereinen fehlt das Geld aus dem Heimspielbetrieb, Sponsoren drehen im Zeitalter der Rezession sicher auch den Groschen dreimal um und die VIP Logen stehen derzeit ungenutzt leer.

So hat Hertha die Chance, im Sommer 2020 einen Schritt nach vorn zu machen. In der kommenden Spielzeit wird man daher mehr erwarten dürfen als demütige Zielstellungen, bloß nicht abzusteigen. Europa ist angesichts der investierten Gelder Pflicht.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Diese Woche genießen wir, mit stolzgeschwellter Brust durchs Leben zu laufen. Heute ist übrigens allein deshalb ein guter Tag dafür, weil heute vor 90 Jahren Hertha die erste Deutsche Meisterschaft errang.

HaHoHe, Euer Opa

P.S.: Zum Schluss noch die Wahl Eurer Five-Stars des Spiels:

Meine Five Stars des Spiels

  • Boyata (19%, 189 Votes)
  • Cunha (17%, 172 Votes)
  • Torunarigha (17%, 168 Votes)
  • Herr Freitag (13%, 131 Votes)
  • Stark (7%, 72 Votes)
  • Lukebakio (6%, 62 Votes)
  • Das ganze Team (6%, 55 Votes)
  • Darida (5%, 45 Votes)
  • Labbadia (4%, 43 Votes)
  • Plattenhardt (2%, 22 Votes)
  • Grujic (1%, 10 Votes)
  • Fechi (1%, 6 Votes)
  • Jarstein (1%, 6 Votes)
  • Esswein (0%, 3 Votes)
  • Pekarik (0%, 3 Votes)
  • Ibisevic (0%, 1 Votes)
  • Klünter (0%, 0 Votes)

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