(opa) Hertha ist, wenn nach einem Heimspiel bei bestem Wetter und einem Heimsieg mit zwei sehenswerten Toren, eins davon vom 16jährigen Eigengewächs Kennet Eichhorn trotzdem Sodbrennen und Katerstimmung herrscht. Dabei war die Erwartungshaltung nach einer eher übersichtlichen Heimserie eher gering, dennoch gelang es Team und Trainer, unterhalb dieser zu bleiben und lächelnd Limbo drunter durch zu machen. Denn Fußball spielte im Wesentlichen nur die Gastmannschaft, die sich im Aufbäumen des Abstiegskampfs Chance um Chance erspielte und ein noch viel größeres Abschlussproblem hatte als Hertha. Niemand hätte sich beschwert, wenn die Gäste mit 3 Toren Vorsprung in die Pause gegangen wären.
„Home sweet home?“ weiterlesenKategorie: Spieltagsnachlese
Junimond
(opa) Die älteren unter uns erinnern sich an Rio Reiser, den Sänger von Ton, Steine, Scherben, nach dem man unlängst im bunten Teil Kreuzbergs einen Platz benannte und dessen Song Junimond, dessen Refrain mit “Doch jetzt tut’s nicht mehr weh” beginnt, was ziemlich exakt die Emotionen vieler Herthaner beschreiben dürfte. Man ist zu diesem Zeitpunkt abgestumpft und in den Selbstschutz übergegangen, einige schauen sich die Spiele schon gar nicht mehr an und die, die es weiterhin tun, erdulden es wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt, in nicht wenigen Fällen vermutlich unter Betäubung. Die Mannschaft und der Verein wirken blutleer und alle scheinen es nur noch hinter sich bringen zu wollen. So, wie wenn der Ex-Partner aus der gemeinsamen Wohnung auszieht.
„Junimond“ weiterlesenSchmerztherapie
(opa) An diesem Wochenende musste man sich der Frage zuwenden, was derzeit schmerzhafter ist, einem Spiel unseres Herzensvereins zuzuschauen oder der Mitgliederversammlung beizuwohnen. Nun ist Schmerzempfinden etwas sehr individuelles, während der Zartbesaitete bei einem Treffer im Gesicht wochenlang bandagiert krankgeschrieben ist, lacht der Eishockeyspieler vermutlich nur. Allerdings hilft es sich zu vergegenwärtigen, dass Hertha weder Eishockey spielt noch dafür da sein sollte, anderen Menschen Schmerzen zu bereiten. Doch der Reihe nach.
„Schmerztherapie“ weiterlesenCircus Sarrasani?
(opa) Gestern kam die erlösende Meldung, dass Hertha die Lizenz für die kommende Spielzeit erhält und auch nicht mit Punktabzug bestraft wird. Das ist eine gute Nachricht, während sie gleichzeitig Anlass zur Sorge ist, denn wenn die Erfüllung von vertraglich vereinbarten Pflichten der Gesellschafter
a) als Erfolgsmeldung verbreitet und
b) die Voraussetzung zum Erhalt einer Lizenz ohne Punktabzug ist,
sollte höchste Anspannung herrschen, weil das eindeutige Zeichen dafür sind, dass die Kacke sichtbar dampft. Es sollte nicht verwundern, wenn Hertha gegenüber dem Gesellschafter mit einem Insolvenzverfahren für den Fall drohen musste, falls man seitens A-Cap kein Geld nachschießt.
„Circus Sarrasani?“ weiterlesenWurzelbehandlung?
(opa) Nicht wenigen ging es zum Ende des gestrigen Spiels wie bei einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Man wollte eigentlich nur noch, dass es aufhört und als die üppige Nachspielzeit angezeigt wurde, ging ein Stöhnen durch die Reihen. Vermutlich hätte Hertha auch in zwei weiteren Halbzeiten kein Tor mehr geschossen, zu ideenlos agierte man gegen tief stehende Lauterer und die paar Chancen, die man sich erspielte vergab man kläglich, weshalb das Ergebnis auch grundsätzlich in Ordnung geht, auch wenn Hertha in der ersten Halbzeit phasenweise dominanter war und ab Mitte der zweiten Halbzeit das einzige Team, was noch etwas zum Spiel beitrug.
„Wurzelbehandlung?“ weiterlesenHeißes Herz, kühler Kopf?
(opa) Der Auswärtssieg in Dresden am Karsamstag war eine emotionale Achterbahnfahrt und vielleicht war es ganz sinnvoll zu warten, bis aus den tobenden und wilden Stieren in der Arena zahme Ochsen geworden sind. Doch zunächst zum Sport: Aus dem Spiel, in dem es körperlich robust zuging, hatte Hertha lange Zeit Mühe, ein positives Ergebnis zu erzielen. Schlimmer noch, in der 66. Minute flog Brekalo mit rot vom Platz und Hertha musste so gut eine halbe Stunde in Unterzahl agieren und wenn in der 77. Minute der Elfer nicht verschossen worden wäre, wäre die Stimmung rund um Hertha eher weniger österlich ausgefallen. Und selbst das Siegtor war letztlich kein Produkt eines Herthaners und erinnerte an den Siegtreffer vor vielen Jahren bei einem langweiligen Spiel im Oly gegen Hoffenheim, welches man ohne einen einzigen eigenen Torschuss gewann.
„Heißes Herz, kühler Kopf?“ weiterlesenPalmsonntag
(opa) Am heutigen Palmsonntag wird dem Einzug des Heilands nach Jerusalem gedacht, zu dessen Ehren die Bevölkerung Palmen auf dessen Weg streute, die im Mittelmeerraum als heilige Bäume gelten. Zwar ruht der Vereinsfußball nicht wegen dieses Vorfeiertags vor Ostern, sondern wegen der Länderspielpause, aber dass an Ostern und vor allem am Karfreitag hierzulande der Ball in den Stadien rollt, finde ich schon diskutabel, zumal ja einige andere Freizeitaktivitäten nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sind. Gleiches Recht für alle würde im Fußball eben auch bedeuten, dass man bundesweit den Ball Ball sein ließe. Oder man schafft eben Regeln ab, die anderen Gesang und Tanz verbieten. Aber so scheint mir das doch ungerecht.
„Palmsonntag“ weiterlesenSchockstarre
(opa) Auch fünf Tage nach dem Spiel scheint im Umfeld von Hertha so etwas wie Schockstarre zu bestehen, denn der späte Ausgleich fühlte sich nicht nur wie eine unnötige Niederlage an, damit konnten auch die letzten zarten Hoffnungen zu Grabe getragen werden, dass man sich vielleicht doch noch einmal ins Aufstiegsrennen einklinkt. Die Konkurrenz spielte für Hertha und altgediente Herthaner wissen, dass in solchen Momenten die alte Dame unglaublich gern schwächelt. Verlässlichkeit ist zwar in einer Beziehung durchaus grundsätzlich wünschenswert, doch muss das ausgerechnet in der Kategorie “Enttäuschung” sein?
„Schockstarre“ weiterlesenDer gezogene Stecker
(opa) Zwei Siege in Folge sind natürlich noch keine Serie. So befreiend gestern das Tor in der Nachspielzeit auch war, so sehr übertüncht es halt, dass man die Saison keinesfalls als Erfolg werten darf. Wieder mit Rekordetat und wieder mit dem nominal stärksten Kader angetreten, reicht es am Ende nicht, um beim Aufstieg mitzureden. Klar, 8 Punkte Rückstand können rechnerisch noch aufgeholt werden, aber realistisch dürfte das kaum sein und dass man überhaupt in der Situation ist, ist hausgemacht. So groß die Freude über die Siege war, so tief sitzt eben auch die Katerstimmung, weil es nächste Saison wieder heißt, mittags gegen Dorfvereine antreten zu müssen. Und bei dem, was da nächste Saison als Wettbewerber droht, dürfte eine Mission Wiederaufstieg noch einmal erheblich schwieriger werden als in der laufenden.
„Der gezogene Stecker“ weiterlesenDie Rückkehr der Delle
(opa) Hielt man sich bis zum Sonntag noch am Hoffnungsstrohhalm fest, nächste Saison wieder zumindest mal gegen erstklassige Gegner auflaufen zu können, dürfte seit Sonntag klar sein, dass Hertha weder etwas mit dem Aufstieg zu tun haben dürfte noch in der ersten Liga derzeit etwas zu suchen hätte. Das muss man angesichts 11 Punkten Rückstand bei noch 11 Spielen feststellen dürfen, ohne sich des Defätismus verdächtig zu machen. Das hat u.a. den Vorteil, dass man in Ruhe für die kommende Saison planen kann. Wesentliche Grundlage für die Zielstellung der kommenden Saison dürfte sein, was der Blick in die Kasse sagen wird. Doch dazu später mehr. Rein sportlich war der Auftritt in der ostwestfälischen Provinz aber nur als Offenbarungseid zu betrachten.
„Die Rückkehr der Delle“ weiterlesen