(opa) Auch fünf Tage nach dem Spiel scheint im Umfeld von Hertha so etwas wie Schockstarre zu bestehen, denn der späte Ausgleich fühlte sich nicht nur wie eine unnötige Niederlage an, damit konnten auch die letzten zarten Hoffnungen zu Grabe getragen werden, dass man sich vielleicht doch noch einmal ins Aufstiegsrennen einklinkt. Die Konkurrenz spielte für Hertha und altgediente Herthaner wissen, dass in solchen Momenten die alte Dame unglaublich gern schwächelt. Verlässlichkeit ist zwar in einer Beziehung durchaus grundsätzlich wünschenswert, doch muss das ausgerechnet in der Kategorie “Enttäuschung” sein?
„Schockstarre“ weiterlesenKategorie: Spieltagsnachlese
Der gezogene Stecker
(opa) Zwei Siege in Folge sind natürlich noch keine Serie. So befreiend gestern das Tor in der Nachspielzeit auch war, so sehr übertüncht es halt, dass man die Saison keinesfalls als Erfolg werten darf. Wieder mit Rekordetat und wieder mit dem nominal stärksten Kader angetreten, reicht es am Ende nicht, um beim Aufstieg mitzureden. Klar, 8 Punkte Rückstand können rechnerisch noch aufgeholt werden, aber realistisch dürfte das kaum sein und dass man überhaupt in der Situation ist, ist hausgemacht. So groß die Freude über die Siege war, so tief sitzt eben auch die Katerstimmung, weil es nächste Saison wieder heißt, mittags gegen Dorfvereine antreten zu müssen. Und bei dem, was da nächste Saison als Wettbewerber droht, dürfte eine Mission Wiederaufstieg noch einmal erheblich schwieriger werden als in der laufenden.
„Der gezogene Stecker“ weiterlesenDie Rückkehr der Delle
(opa) Hielt man sich bis zum Sonntag noch am Hoffnungsstrohhalm fest, nächste Saison wieder zumindest mal gegen erstklassige Gegner auflaufen zu können, dürfte seit Sonntag klar sein, dass Hertha weder etwas mit dem Aufstieg zu tun haben dürfte noch in der ersten Liga derzeit etwas zu suchen hätte. Das muss man angesichts 11 Punkten Rückstand bei noch 11 Spielen feststellen dürfen, ohne sich des Defätismus verdächtig zu machen. Das hat u.a. den Vorteil, dass man in Ruhe für die kommende Saison planen kann. Wesentliche Grundlage für die Zielstellung der kommenden Saison dürfte sein, was der Blick in die Kasse sagen wird. Doch dazu später mehr. Rein sportlich war der Auftritt in der ostwestfälischen Provinz aber nur als Offenbarungseid zu betrachten.
„Die Rückkehr der Delle“ weiterlesenFrühlingsstimmung?
(opa) Fangen wir mit dem Positiven vorweg an: Der Patient Hertha scheint schon noch Puls zu haben, dafür war das Aufbäumen in der 2. Halbzeit zu wahrnehmbar, auch wenn das Ergebnis keinesfalls die Leistung über 90 Minuten widerspiegelt und insgesamt beinahe eher etwas beschönigend schien. Um mit dem Positiven fortzufahren, könnte man auch die grüne Farbe des Rasens loben oder dass jemand den Lichtschalter fürs Flutlicht gefunden hat. Sehr viel mehr positives lässt sich allerdings kaum zusammentragen vom gestrigen Spiel. Zu deutlich hat sich die Truppe hängen lassen, die vor wenigen Tagen noch so große Moral zeigte und den Bundesligisten im Pokal am Rand einer Niederlage hatte. Klar kann man Spiele verlieren, aber so wie gegen Hannover aufzutreten? Bei dem eigenen Anspruch?
„Frühlingsstimmung?“ weiterlesenFrostige Stimmungslage?
(opa) Hertha hat nun 5 Pflichtspiele in Folge nicht mehr verloren, würde der Optimist sagen. Hertha hat die letzten 6 Spiele nicht gewonnen, würde der Pessimist sagen. Beide lägen von der Faktenlage her richtig und dennoch sitzen sie im selben Boot, welches dem Saisonziel, den Aufstieg in die 1. Liga zu schaffen, nicht näher kommt. Die Tabellensituation wirkt genauso eingefroren wie die Zuschauer, die am Sonntag bei eisigen Minusgraden dem Spektakel im Stadion beiwohnten. Nach oben geht nix, nach unten auch nicht. In der ersten Liga wäre das sehr bequem, in der 2. Liga ist das quasi eine Kapitulationserklärung. Dabei ging es doch so gut los. Hertha dominierte weite Teile der 1. Halbzeit und führte nach einer Viertelstunde verdient mit 2:0.
„Frostige Stimmungslage?“ weiterlesenNicht Fisch, nicht Fleisch?
(opa) Nach zwei Wochen Urlaub in der warmen Sonne Südostasiens melde ich mich mit der Spieltagsnachlese des gestrigen Freundschaftsspiels gegen den Karlsruher SC zurück. Während auf den Rängen die jahrzehntealte Fanfreundschaft gefeiert wurde, gab es auf dem Rasen Zweitligatristesse zu beobachten, die in der Retrospektive überwiegend aus Fehlpässen, haarsträubenden Fehlern in der Defensive, einem riesig klaffenden Loch im Mittelfeld und offensiven Unzulänglichkeiten bestand. Wer diesem Spiel etwas positives abgewinnen möchte, kann sich sicher daran zu wärmen versuchen, dass Hertha zweimal nach Rückstand zurückkam, das Feuer ist aber übersichtlich groß und dürfte den selbstgesteckten Zielen überhaupt nicht gerecht werden.
„Nicht Fisch, nicht Fleisch?“ weiterlesenSüßer die Kassen nie klingeln…
(opa) In den Geschäften kann man den Eindruck gewinnen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und Konsumgütern in wenigen Tagen eingestellt wird, so voll ist es, dass da der eine oder andere Verein mit einem Zuschauerauslastungsproblem nur davon träumen kann. Auch unsere Hertha möchte ja gern ein besser auslastbares Stadion bauen, kann aber mangels Grundstück und eigenen Vermögens nicht und muss weiter im Freiluftmuseum auf dem Flächendenkmal Reichssportfeld mit dem ungeliebten Olympiastadion Vorlieb nehmen. Sollte der eingeschlagene Konsolidierungskurs sich auch in den tatsächlichen Ergebnissen widerspiegeln und Hertha sich im Laufe der nächsten Jahre ligaunabhängig konsolidieren, könnte man ja ggf. noch einmal einen Anlauf für das Thema nehmen.
„Süßer die Kassen nie klingeln…“ weiterlesenUntergangsstimmung?
(opa) Die Beurteilung des gestrigen Spiels hängt sehr stark davon ab, aus welcher Perspektive und aus welcher Erwartungshaltung heraus man diese vornimmt. Nur auf das Ergebnis betrachtet mag das enttäuschend gewesen sein, dass man zweimal eine Führung aus der Hand gab und somit wichtige Punkte für das Saisonziel liegen ließ. Zumal Hertha den Gegner zurück ins Spiel kommen lileß, weil man kurz vor den Gegentreffern das so eminent wirksame Pressingspiel für einen Moment zu lange unterließ, was dem Gegner, der zudem noch vom Moment des Trainerwechsels profitierte, erst die Räume bot, um Chancen zu kreieren und diese eiskalt nutzte. Streng genommen muss man sagen, dass sich Hertha in den letzten beiden Spielen gleich zweimal selbst geschlagen hat.
„Untergangsstimmung?“ weiterlesenPilgerschritt
(opa) In dieser Nachlese geht es um die letzten drei Spiele der englischen Woche. Gegen Kiel war man noch Team “unknackbar”, ließ defensiv kaum etwas anbrennen und dann reichte eben das eine Tor, um den Sack zuzumachen. Im Pokal gegen Lautern ließ man es krachen und fackelte ein Offensivfeuerwerk ab, von dem die Pfälzer heute noch Kopfschmerzen haben und dafür bauten wir gestern den Tabellenletzten ein wenig auf, indem wir selbst die Arbeit verweigerten. Es dürfte jedoch anzuzweifeln sein, dass es sich dabei um einen Akt christlicher Nächstenliebe in der Adventszeit handelte, auch wenn der im Titel genannte Pilgerschritt einen ursprünglich religiösen Bezug hat, wenngleich er in der Tanzliteratur eben eine Schrittfolge beschreibt, wo nach mehreren Schritten vorwärts ein Schritt rückwärts folgt.
„Pilgerschritt“ weiterlesenFrankfurter Schule?
(opa) Der vierte Ligasieg in Folge, der fünfte Pflichtspielsieg in Folge, alle zu Null gewonnen, das ist mal eine Serie, wo selbst der Berliner kaum mehr meckern kann. Mag ja sein, dass das gestern kein Fußball zum Erwärmen im Oly war, aber eine angelsächsische Weisheit besagt nicht umsonst, dass auf den Scorecards nun mal keine Bilder sind. Also lasst uns darüber freuen, dass Hertha im Stil eines klugen Rennpferdes eben nur so hoch springt, wie sie muss. Defensiv brannte ohnehin nie etwas an, offensiv erspielte man sich durchaus einige Chancen, verdödelte aber zu viel. Mag sein, dass einige sagen, dass das nicht für höhere Ambitionen reicht, aber immerhin Stand Freitag Abend reichte es für Tabellenplatz 4, punktgleich mit dem 3. und mit 4 Punkten Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz. So, genau so müsste man nur weitersiegen, dann ist der Aufstieg kaum zu verhindern.
„Frankfurter Schule?“ weiterlesen