(opa) In den Geschäften kann man den Eindruck gewinnen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln und Konsumgütern in wenigen Tagen eingestellt wird, so voll ist es, dass da der eine oder andere Verein mit einem Zuschauerauslastungsproblem nur davon träumen kann. Auch unsere Hertha möchte ja gern ein besser auslastbares Stadion bauen, kann aber mangels Grundstück und eigenen Vermögens nicht und muss weiter im Freiluftmuseum auf dem Flächendenkmal Reichssportfeld mit dem ungeliebten Olympiastadion Vorlieb nehmen. Sollte der eingeschlagene Konsolidierungskurs sich auch in den tatsächlichen Ergebnissen widerspiegeln und Hertha sich im Laufe der nächsten Jahre ligaunabhängig konsolidieren, könnte man ja ggf. noch einmal einen Anlauf für das Thema nehmen.
„Süßer die Kassen nie klingeln…“ weiterlesenKategorie: Spieltagsnachlese
Untergangsstimmung?
(opa) Die Beurteilung des gestrigen Spiels hängt sehr stark davon ab, aus welcher Perspektive und aus welcher Erwartungshaltung heraus man diese vornimmt. Nur auf das Ergebnis betrachtet mag das enttäuschend gewesen sein, dass man zweimal eine Führung aus der Hand gab und somit wichtige Punkte für das Saisonziel liegen ließ. Zumal Hertha den Gegner zurück ins Spiel kommen lileß, weil man kurz vor den Gegentreffern das so eminent wirksame Pressingspiel für einen Moment zu lange unterließ, was dem Gegner, der zudem noch vom Moment des Trainerwechsels profitierte, erst die Räume bot, um Chancen zu kreieren und diese eiskalt nutzte. Streng genommen muss man sagen, dass sich Hertha in den letzten beiden Spielen gleich zweimal selbst geschlagen hat.
„Untergangsstimmung?“ weiterlesenPilgerschritt
(opa) In dieser Nachlese geht es um die letzten drei Spiele der englischen Woche. Gegen Kiel war man noch Team “unknackbar”, ließ defensiv kaum etwas anbrennen und dann reichte eben das eine Tor, um den Sack zuzumachen. Im Pokal gegen Lautern ließ man es krachen und fackelte ein Offensivfeuerwerk ab, von dem die Pfälzer heute noch Kopfschmerzen haben und dafür bauten wir gestern den Tabellenletzten ein wenig auf, indem wir selbst die Arbeit verweigerten. Es dürfte jedoch anzuzweifeln sein, dass es sich dabei um einen Akt christlicher Nächstenliebe in der Adventszeit handelte, auch wenn der im Titel genannte Pilgerschritt einen ursprünglich religiösen Bezug hat, wenngleich er in der Tanzliteratur eben eine Schrittfolge beschreibt, wo nach mehreren Schritten vorwärts ein Schritt rückwärts folgt.
„Pilgerschritt“ weiterlesenFrankfurter Schule?
(opa) Der vierte Ligasieg in Folge, der fünfte Pflichtspielsieg in Folge, alle zu Null gewonnen, das ist mal eine Serie, wo selbst der Berliner kaum mehr meckern kann. Mag ja sein, dass das gestern kein Fußball zum Erwärmen im Oly war, aber eine angelsächsische Weisheit besagt nicht umsonst, dass auf den Scorecards nun mal keine Bilder sind. Also lasst uns darüber freuen, dass Hertha im Stil eines klugen Rennpferdes eben nur so hoch springt, wie sie muss. Defensiv brannte ohnehin nie etwas an, offensiv erspielte man sich durchaus einige Chancen, verdödelte aber zu viel. Mag sein, dass einige sagen, dass das nicht für höhere Ambitionen reicht, aber immerhin Stand Freitag Abend reichte es für Tabellenplatz 4, punktgleich mit dem 3. und mit 4 Punkten Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz. So, genau so müsste man nur weitersiegen, dann ist der Aufstieg kaum zu verhindern.
„Frankfurter Schule?“ weiterlesenTeufelsaustreibung
(opa) Dem Teufel haben wir am Samstagabend den Pfahl ins Herz gerammt, fast nirgendwo ist ein Auswärtssieg schöner als auf dem Betze, wo man als Gästefan zum Bergsteigen genötigt und dabei angepöbelt und später im Stadion verhöhnt wird. Und wenn man aufsteigen will, muss man auch so einen “dreckigen” Sieg einfahren, wobei ich den gar nicht so dreckig fand. Hertha hat Ergebnisfußball abgeliefert und Lautern hatte über weite Teile keine Chancen, auch wenn es zum Ende hin dann doch spannender wurde als unbedingt notwendig.
„Teufelsaustreibung“ weiterlesenMit Exorzismus zurück in der Spur?
(opa) Was für ein wichtiger Sieg und was für ein Statement, dass man auch in einem ausverkauften Olympiastadion am Ende einer englischen Woche als Herthaner mit stolzgeschwellter Brust sagen kann, dass man alle drei Spiele gewonnen hat. Das kommt nicht allzu häufig vor und von daher sollten wir den durchaus eher raren Moment der Freude auch genießen und zu konservieren versuchen. Nach dem verkorksten Saisonstart, nach diversen Systemversuchen scheint sich endlich eine Grundordnung gefunden zu haben, die erfolgreich die gestellten Aufgaben bewältigen und Spiele gewinnen kann. Spieler wie Marton Dardai, der zu Beginn der Saison in Formtiefs steckte, blühen nach und nach auf und bringen die PS endlich auf die Straße. Selbst personelle Veränderungen wie das Rausrotieren aus der Startelf von Eichhorn, bringen die Statik nicht ins Wanken. Das ist gut, sehr gut sogar, weil man auf dieser Grundlage aufbauen wird können.
„Mit Exorzismus zurück in der Spur?“ weiterlesenBergpredigt?
(opa) Was für ein Spiel, was für ein überzeugender Auftritt und endlich, endlich präsentiert sich die Mannschaft, wie man es angesichts ihrer individuellen Qualitäten früher hätte erwarten können. Was anderswo Freude allenthalben auszulösen geeignet ist, rief bei uns im Blog die auf den Plan, die zwar selber gern schimpfen, aber lieber darüber bestimmen wollen, ob und in welchem Umfang andere dazu autorisiert sind. Warum sollte das im Blog anders sein als im richtigen Leben oder in einigen Kirchen?
„Bergpredigt?“ weiterlesenLast Minute Drama
(opa) Die meisten dürften während des Spiels geschimpft haben wie die Rohrspatzen, denn das war über weite Phasen unglaublich schwere und schlechte Kost, die Hertha da im “Spitzenspiel” 8. gegen 13. anbot. Über weite Teile gab es ratlose “Hintenrumscheiße”, vor allem in der 1. Halbzeit, garniert mit allerlei Unsicherheiten und einem deutlichen xGoals Wert zur Halbzeit von 0,1 zu 8 und Hertha hatte Glück, dass zur Halbzeit die Null stand. Das lag u.a. am über sich hinausgewachsenen Tjark Ernst, der das Team im Zusammenspiel mit seinen Vorderleuten im Spiel hielt, auch wenn man mit eigenem Ballbesitz nichts anzufangen wusste, selten aus der eigenen Hälfte kam und Pässe oft in den Rücken oder kniehoch gespielt wurden.
„Last Minute Drama“ weiterlesenO jesu domine
(opa) Mit dem ursprünglichen lateinischen Ausruf des Erschreckens oder der Besorgnis, welcher in der deutschen Kurzform sich dann zum Oh jemine oder Oh Je entwickelt hat, beginnt der heutige Opener zur Spieltagsnachlese, bei dem wir dann auch gleich zu Beginn den Bildungsauftrag erledigt haben. Nur: Was war das für ein Spiel in Bochum? Hertha das spielerisch bessere Team, drückend überlegen, Chance um Chance herausspielend und am Ende verliert man auch wegen eigenen Unvermögens dennoch 3:2 und ist der immer willkommene Aufbaugegner?
„O jesu domine“ weiterlesenHeimtore, Heimsieg und das Haar in der Suppe
(opa) Da schafft unsere Hertha den ersten Heimsieg gefühlt seit Einführung des Farbfernsehens und ich verpasse weite Teile des Spiels, weil ich beruflich auf dem Weg nach München war und erst Mitte der zweiten Halbzeit bewegte Bilder verfolgen konnte. Und was da zu sehen war, ließ einen am eingeblendeten Spielstand zweifeln, denn das Verwalten eines Vorsprungs ist nicht die Domäne des Hauptstadtclubs. 2:0 stand es zu diesem Zeitpunkt, spielen taten allerdings fast nur noch die Gäste und nicht wenige Herthafans dürften sich vor Sorge die Hände vors Gesicht gehalten haben, spätestens als Amenyido in der 84. Minute den Anschlusstreffer für Münster erzielte und die westfälischen Preußen danach auf den Ausgleich drückten. Der Schlusspfiff erlöste alle Bangenden von ihrem Kummer.
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