Veröffentlicht am Kategorien 1. Bundesliga, 2021, Allgemein, Spieltag

Geschüttelt, nicht gerührt

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(opa) Nach dem Derby hab wohl nicht nur ich mich erst einmal schütteln müssen und war alles andere als gerührt ob der Vorstellung, die unsere Mannschaft in der alten Försterei ablieferte. Wobei ich mir anzumerken erlaube, dass die Mentalität durchaus stimmte und der erst 19jährige Marton Dardai vermutlich die ärmste Sau auf dem Platz war, was nicht nur daran liegt, dass er vermutlich zu den “Geringverdienern” im Profifußball gehört, sondern dass ihm beim ersten Gegentreffer ein folgenschwerer Patzer unterlief. Man gewinnt zusammen, man verliert zusammen und was gerade einem so jungen Spieler in den (a)sozialen Medien entgegenschlug, fand ich angesichts der Krokodilstränen für Robert Enke, die ein paar Tage vorher flossen, dann doch reichlich deplatziert.

“Stadtmeister, Stadtmeister…” plärrte es von den rotweißen Rängen und diese Botschaft dringt doch nicht bei denen durch, die den Aufstieg DIESES Stadtrivalen als belebende Konkurrenz einstuften. Im Gegensatz zu früheren Höhenflügen anderer Vereine aus Berlin wie TeBe, Tas oder Blauweiß ist das, was in Köpenick abgeliefert wird, ziemlich organisch und obendrein exzellent orchestriert. Ein Abstieg würde deren Zusammenhalt vermutlich nur stärken und finanziell wäre das wohl auch kaum ein Ruin. Leider ist das dennoch keine Blaupause für die alte Dame, die dann doch ob ihrer Strukturen (und Altlasten) in erheblich größeren Dimensionen denken und planen muss.

Manager Bobic will aus dem Spiel am Samstagabend also wichtige Erkenntnisse für die weitere Planung gewonnen haben und es bleibt die Frage, wie diese Analyse aussieht. Wenn die Schlussfolgerung daraus eine ähnliche ist wie in der Sommerpause, wo er als eine seiner ersten Amtshandlungen den Trainer bestätigte und Spitzenverdiener wegtransferierte, dann werden wir wohl auf dem harten Kanten Brot wohl noch eine Weile herumkauen müssen, während die Förster ihre Selbstbauarena aufstocken und mit Sicherheit auch Fällgenehmigungen für die Errichtung von Parkhäusern erhalten. Der politische Wille dafür sollte vorhanden sein, Seilschaften sind halt manchmal belastend, oft aber auch belastbar.

So lassen wir den “Kultigen” aus dem Wald die Genugtuung, wohlwissend, dass sie bei rein rationaler Betrachtung eben derselben Fußballhure huldigen wie alle anderen. Nur Fußball ist weder rational noch Mathematik und wir müssen uns das von “Experten” wie Mittelspurmähdreschermatthäus in feinstem “frängisch” erklären lassen, während er sich unverhohlen genau wie viele andere aus dem übertragenden Sender als Fan der Rostigen outet. Es gab ja die, die bessere Zeiten versprachen, wenn noch mehr TV Geld fließt. Wann komen die für Hertha?

Doch ich will nicht verbittert sein. Als Herthaner trägt man solche Niederlagen mit Fassung und mit etwas, was anderen abgeht: Würde. Nicht als Konjunktiv, sondern als das unantastbare Grundrecht, welches man auch in den tiefsten Niederlagen für sich in Anspruch nimmt, wenngleich man den Schal dann doch mal unter der Jacke trägt. Mitleid ist für die anderen, wir wollen erdulden. Und trinken dann doch ab und an ein Wirkungsgetränkt wie einen trockenen Martini, mit drei Teilen Gin, einem Teil Wodka, mit Eis geschüttelt und mit einer Zitronenzeste serviert. Wenn man sich mit genug davon sediert, erträgt man auch Herthaspiele.

Mit der Lizenz zum Töten, HaHoHe, Euer Opa

P.S. 1: Hier noch die Wahl der TOP 5 Spieler von Samstag:

Meine TOP 5 von #FCUBSC

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P.S. 2: Die Wahl zum Spieler im “Lokus” variieren wir auf Wunsch des Autors, bis Mittwoch um 18:30 Uhr bestimmt ihr über das Thema, wo er einen Vergleich zum Stadtrivalen ziehen will.

Als Spieler im Fokus soll stehen

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