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Dilemma Nationalmannschaft?

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(opa) Da bei Hertha der See wegen der vielen zu den Nationalmannschaften abgestellten Spielern eher still ruht und der Trainingsbetrieb ein wenig pro forma wirkt, können wir uns im Vor- und Umfeld des heutigen Spiels mit der Nationalmannschaft auseinandersetzen, die so ja schon seit 2015 absurderweise nicht mehr so genannt werden möchte. In einer Brandrede forderte Teammanager Bierhoff mehr Respekt und Unterstützung für das von ihm gemanagte Team ein. Soso.

Er sprach davon, dass es ihm “sehr weh” tue, wie mit den Spielern umgegangen würde, er merke, “dass das wie eine dunkle Wolke über der Mannschaft schwebt”, er sehe “müde Gesichter” und spüre “Anspannung und Frust”, wobei er sich nicht Kritik als solche verbitte, sondern “viel mehr um die Tonalität, um die Stimmung, die generell hineintransportiert wird.

Er räumte zwar ein, dass die Fans „tief enttäuscht“ seien und man „Sympathien verspielt“ habe. Doch ansonsten bescheinigt er sich selbst allerbeste Arbeit, wobei diese Selbstbescheinigung eine Unart ist, die dieser Tage auch anderswo um sich greift. Bezeichnenderweise ist Bierhoffs Lösungsvorschlag tatsächlich “Wind machen”, was sehr viel mehr über sein Ansinnen aussagt als ihm lieb sein dürfte.

Der Niedergang der Nationalmannschaft, einstmals ein Flaggschiff unter den Fußballnationalmannschaften, ist sicher vielschichtiger in seiner Erklärung als dass der Hinweis auf eine Flaute ausreiche. Als Deutschland 2014 ein überzeugendes Turnier spielte und zum Glück nahezu aller Weltmeister wurde, wurde natürlich eine Messlatte gelegt, an der man leicht scheitern kann. Statt wie einstmals Franz Beckenbauer nach einem Sommerabend in Rom 1990 als Lichtgestalt abzutreten, entschieden sich die Verantwortlichen, weiterzumachen.

Seitdem baut man die Mannschaft aufwendig um, bootet Leistungsträger aus, ohne jedoch zu liefern. Das blamable Ausscheiden in der Vorrunde 2018 war ein Tiefpunkt, der angesichts der letzten Ergebnisse noch lange nicht durchschritten zu sein scheint.

Dazu jede Menge Störfeuer und Skandale. Hausdurchsuchungen, Vorwürfe der Steuerhinterziehung und Korruption, kleinliche Streitigkeiten zwischen Präsident und Generalsekretär und das Gündogan-Özil-Erdogan-Gate, bei dem der Verband wenig Fingerspitzengefühl an den Tag gelegt hat. Von vielen Fans wird der Verband zudem mit zunehmender und weitgehend kritikloser Kommerzialisierung in Verbindung gebracht, wenn man z.B. Wettbewerbsformaten zustimmt, die wenig familienfreundliche Anstoßzeiten beinhalten oder es Karten nur noch gibt, wenn man sich verpflichtet, dem Fanclub eines Sponsors beizutreten. Und natürlich mit der Kollektivstrafen verhängenden Sportgerichtsbarkeit.

Wenn jemand Grund hätte, sich zu beklagen, dann wären es also eher die Fans, die bereits begonnen haben, mit den Füßen abzustimmen. Der DFB hat es auch vor Corona nicht mehr geschafft, Stadien auszuverkaufen. Und, was den Verband noch schlimmer treffen dürfte, die Einschaltquoten sinken. Das letzte Spiel gegen die Türkei war in den 14 Jahren Löw das mit der schlechtesten Quote und den wenigsten Zuschauern. Keines der letzten 11 Spiele knackte die 10 Mio. Zuschauer Marke.

Ein bißchen “Wind machen” wird da nicht reichen.

Wie haltet ihr es mit der Nationalmannschaft?

Spiele der Nationalmannschaft...

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Am derzeitigen Zustand der Nationalmannschaft stören mich die folgenden 3 Punkte am meisten....

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Heute Abend treffen in Leipzig die Deutschen auf die Auswahl der Tschechei, in der wir als Herthaner und eventuell auf das Duell Stark gegen Darida hoffen können.

Bleibt gesund und blauweiß, HaHoHe, Euer Opa

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