Veröffentlicht am Kategorien 1. Bundesliga, 2021, Allgemein, Spieler im Fokus, Spieltag

Der Henne-Ei-Sonntag

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(opa) “Hamwa die verhau’n” – so oder sinngleich war es gestern nach dem Spiel zu lesen und sicher war der Sieg gegen Arminia Bielefeld ein Brustlöser im Abstiegskampf, in dem man sich immer noch befindet. Drei immens wichtige Punkte, ein spätes Tor statt Gegentor können hilfreich sein, der Mannschaft etwas Selbstbewusstsein für den Hinrundenendspurt mitzugeben. Mit Mainz und Dortmund stehen nochmal zwei Mannschaften aus einer etwas höheren Regalhöhe auf dem Programm. Richtig ist, dass die Handschrift des neuen Trainers zu sehen ist. Hertha kombiniert sich auch gegen passive Gegner vor deren Strafraum und kreiert gefühlt mehr gefährliche Situationen und Torschüsse als zu den Zeiten des Vorgängers.

Wie sich die neue, offensivere Ausrichtung unter Korkut auf die defensive Stabilität auswirkt, konnte gestern nicht beurteilt werden, denn so etwas wie Offensive fand bei der Arminia nicht statt, nicht einmal als zwei Spitzen auf dem Platz standen. Zu quer parkte der Bus vorm eigenen 16er, an dem sich die Hertha Angriffswelle um Angriffswelle aufrieb. Ins letzte Drittel zu kommen, war gestern die Herausforderung und wenn dann ein Sturmduo wie Belfodil und Jovetic so gut miteinander harmoniert, kommt eben auch genau so ein Traumtor heraus. Wir werden sehen, ob das auch gegen Gegner klappt, die etwas besser aufgelegt sind als die Arminia, die sich mit Hertha um den zweitschlechtesten Platz in der Tordifferenz misst.

Wenn dann sogar Selke trifft, ein Spieler, der in den letzten Wochen und Monaten eher mit Spott und Schwalbenschlumpfmätzchen in Verbindung gebracht wurde als mit dem Toreschießen, könnte man einen Aufwärtstrend interpretieren. Doch wo Wein ist, ist das Wasser oft nicht weit. Unsere rechte Seite wirkte selbst gegen gänzlich ungefährliche Ostwestfalen wie vogelwild. Bei Zeefuik stellte sich in vielen Situationen die Frage, ob das wirklich nur fehlende Spielpraxis ist oder er es einfach nicht besser kann. Viele Bälle legt er sich zu weit vor, er verstolpert viel und ein Großteil seiner oft gut gedachten Spielzüge endet mit einem Konter. Dass das gestern nicht zu einer gefährlichen Situation führte, hing eher mit der Harmlosigkeit der Gäste zusammen. Doch da derzeit kein anderer RAV zur Verfügung steh, werden wir da wohl noch ein paar Resthaare raufen müssen.

Bemerkenswert scheint mir auch ein Blick ins Mittelfeld, wo gestern mit Ascacibar, Darida und Serdar eine bemerkenswert präsente Truppe auf dem Platz stand und für Impulse sorgte, die querstehende Sechserkette der Bielefelder zu knacken. Vor allem Serdar fiel mit viel Übersicht und guten Steckpässen hinter die Kette des Gegners auf. Richter hingegen hing ein bißchen in der Luft, was auch daran lag, dass Zeefuik ihn häufiger mal überlief und er dann zur Absicherung hinten bleiben musste.

Den vom Trainer gehaltenen Anteil am gestrigen Erfolg haben wir ja bereits gestern begonnen zu diskutieren und wir werden darüber wohl auch noch eine Weile zu reden haben. Doch so richtig Atempause gibt es nicht, bereits am Dienstag steht das nächste Spiel an.

Und wie bei vorangegangenen Personalwechseln üblich, diskutieren wir erneut über die Frage, ob Henne oder Ei zuerst da waren. Ich halte es da pragmatisch und esse beides, nach einem ausführlichen Morgenomelette zu selbstgebackenem Baguette gibt es später Coq au vin, allein schon, um meine Neutralität in Sachen Formel 1 zu demonstrieren, wohl aber auch, weil weder aus dem Land von Hamilton noch aus dem Land von Verstappen kulinarisch etwas oberhalb frittierter Dinge zu erwarten wäre.

Meine TOP5 aus dem Spiel #BSCDSC waren

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Als Spieler im Fokus wünsche ich mir diesmal jemanden...

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